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The Florida Song …. 06.08.

Niemals würde ich freiwillig auf eine heiße Herdplatte fassen, weil man sich verbrennt und das ganz schön weh tut! Wäre ja auch schön dumm, sowas zu machen.

Nur warum verdammt nochmal lerne ich nicht endlich mal, dass südliche Sonne, Wind, Mittagszeit und KEINE Sonnencreme zu Sonnenbrand führt?! Und zwar deutlich großflächiger als ein Finger auf der Herdplatte.


Nach meinem kleinen Tod gestern bin ich heute morgen gut erholt und fit und wir fahren ganz gemütlich los Richtung Anna Maria. Auf dem kurzen Weg werden wir von mehreren Gewitternschauern überrascht, die so heftig sind, dass sich innerhalb von Minuten trotz der riesigen Gullis derartige Wassermengen auf der Straße sammeln, die man ohne Übertreibung als See bezeichnen kann. Ein ekelhaftes Frühstück in einem Straßendiner, wieder Gewitter. Auf der Insel dann klärt sich der Himmel auf, Anna Maria ist sehr idyllisch. Keine Hotelketten am Strand, keine Fresstempelketten. Nur kleine, überwiegend einstöckige Häuser, weißer Sand. Hier lässt es sich leben...

Das Wasser ist etwas kühler als gestern, aber immer noch ziemlich warm.

Und dann schwimmen ca. 30 Meter entfernt von uns etwas vorbei, das Pete als Nasenbärwale bezeichnet. 2 -3 große Viecher mit plattem Gesicht. Google hat uns gerade ausgespuckt, dass es Manatees sein müssen, eine Seekuhart. Und kleine Papageien fliegen über uns, es ist herrlich friedlich, exotisch und …. heiß....


2 Stunden später, im Waffle House an der Interstate auf dem Weg nach Naples kommt Pete von der Toilette zurück und sagt, er … nun ja, habe Sonnenbrand. Ich gehe auch mal schnell auf die Toilette nachgucken, denn just seitdem brennt alles bei mir und ja.... nicht ganz so schlimm, aber schlimm genug. Maaaann.... ich dachte, brauner kann ich ja nicht mehr werden, das klappt schon so ohne Sonnencreme, die Pete eh leer gemacht hat. Und richtig, bräuner geht auch nicht, aber roter geht locker. Mein Gesicht hat die gleiche Farbe wie meine Lippen und Pete meint, ich sehe aus wie ein Waschbär. Jippiejey, willkommen in Florida... Morgen wird Sonnencreme gekauft! 50er mindestens.. Volle Blockung!


Ich habe noch gar nichts von unserem Auto erzählt, das uns nun schon 5700 Kilometer durch die Staaten gefahren hat. Es ist vor allem klein! Und zwar so klein, dass es hier auffällt in diesem Land, wo alles groß ist. Und das bietet Gesprächsanlass! Wir werden ständig auf unser Auto angesprochen. Ist das ein Elektro? Schafft der mehr als 40 Meilen? Ist das ein Smart? Wer googlen möchte, es ist ein Chevrolet Spark, er fährt wie ein Großer, schluckt Benzin für 25$ auf 320 Meilen. Und jetzt ist er vor allem sandig! Von außen und unten wurde es ja heute gut gewaschen, aber im Innenraum klebt der ganze Salzsand. Und der Sparky hat zwar keinen CD-Player, aber ein USB-Anschluss und über den hören wir die ganze Zeit unseren USA-Soundtrack. Country und Blues vor allem. Und Sparky macht das alles toll mit, nett ist auch, dass er von allein die Türen verriegelt, sobald man losfährt. So kann uns keiner an einer Ampel irgendwas klauen. Allerdings haben wir bisher an Ampeln niemanden gesehen. Aber kann ja noch kommen. Und dann ist man froh, wenn die Türen zu sind.


Und heute hat uns Sparky nach Naples gefahren, wir haben ein sehr günstiges und echt schönes Motel gefunden. Der Himmel brennt wunderschön rot, unsere Rücken auch... Ab morgen haben wir das gelernt wie damals mit der Herdplatte... versprochen!



http://www.youtube.com/watch?v=covquufPD5M

7.8.13 16:18


The swimming song… 05.08.

Ich muss mal eine Wasserratte gewesen sein... zumindest erinnere ich mich selbst dunkel und in Erzählungen hieß es immer „Und Sandra, mit blauen Lippen, fragte immer „wa-wa-wann gehen wir wieder rein?“ Aber nun? Nee, ist mir alles zu kalt. Atlantik, Mittelmeer, Schwimmbad oder gar die seichten Molen des Rheins.... immer sitze ich am Rand und gucke zu. Aber hier, auf Treasure Island am Golf von Mexiko erlebe ich nun zum ersten Mal Wasser, das so pisswarm ist, dass ich ohne auch nur eine Sekunde zu zögern reingehe und beim Rausgehen kein Handtuch brauche, weil der warme Wind mich sowieso gleich wieder zufönt. Und dann fliegen plötzlich ein paar Pelikane über uns hinweg, Fischschwärme umschwimmen uns (sind nur kleine Fische, sonst hätte ich geschrien... wirklich!)


Aber heute morgen stand erstmal die wirklich historische Stadt St. Augustine auf dem Plan. Wie wir nun gelernt haben, ist die Stadt der erste von Europäern gegründete Ort auf dem Boden der vereinigten Staaten. Und hübsch ist sie und seltsam vertraut: eindeutig spanisch! Eine Plaza mit einer Kirche an der Seite, eine sehr hübsche Fußgängerzone mit Handwerksläden, Palmen, repräsentative Gebäude, spanisches Essen und Keramik. Wir kommen uns vor wie in Andalusien. Die Häuser sind sehr gut erhalten, so dass man kaum glaubt, dass sie wirklich im 17. und 18. Jahrhundert errichtet wurden. Sind sie aber, sagt mein Reiseführer „USA – Der Osten“. Glauben wir dem mal. Und was machen die Menschen am Montag morgen bei Temperaturen, die einem schon wieder den Scheiß aus den Poren treibt? Sie mähen den Rasen!


Wir folgen der Küstenstraße gen Süden, weil man aber eher Häuser sieht, die am Strand stehen, als das Meer selbst, wechseln wir bald auf die Interstate und lassen uns von Gewittern nach Orlando begleiten. Dann weiter durch Florida und bis an die Golflküste. Die Wahl für Treasure Island fällen wir aufgrund der Couponhefte, die man im Welcome Center bekommt und in denen Motels und Hotels aufgelistet sind und man daher immer ein bisschen abchecken kann, wo was wie teuer ist.

Und so landen wir im Beach House direkt am Strand für 61$. Die wirklich nette Frau am Counter gibt uns sogar noch Stühle und Handtücher mit und wir entern sofort das Meer.... Später sagt die Frau uns auch noch, wie warm das Wasser ist: 84°F! Also nahezu 28 Grad!


Der Sand vermischt sich mit Salz und Schweiß zu einem wirksamen Peeling, wir sind vollkommen paniert, glücklich, leicht und angeheitert. Das an den Strand geschmuggelte Bier ballert ganz gut in der Sonne.


Nach Sonnenuntergang gehen wir auf eine andere Insel und suchen uns ein nettes Plätzchen zum Essen. Meeresfrüchte mit Pasta, dazu Weißwein, Blick aufs Wasser, wohlig warm. Auf dem Rückweg, den Pete mich schiebt und zieht, weil mir plötzlich ziemlich schlecht ist und ich am liebsten sterben möchte, treffen wir auf Angler, die von einer über 10 m hohen Brücke herab angeln und schon 2 Stachelrochen gefangen haben. Hätte mir die Dinger gern näher angesehen, aber ich sterbe ja grad und muss ins Bett.


Ich habe übrigens überraschender Weise überlebt... 10 Stunden komatöser Schlaf sei Dank!



http://www.youtube.com/watch?v=fuz5TKzaJoE

7.8.13 01:47


Southern Belle …. 04.08.13

und es gewinnt: SAVANNAH!


Nein, die Stadt ist nicht schöner, die Häuser nicht geleckter, es gibt kein Meer, nur einen langweiligen Fluss, gesäumt von Hafen. Es ist das Leben, die Leichtigkeit, die Lebenigkeit. Charleston ist wunderschön.... zum Gucken. Savannah ist zum Leben. Savannah ist echt.


Wir laufen durch die Gegend, jede Kreuzung ist ein kleiner Park. Runter zum Fluss, viele Kneipen, viele Touriläden, viele Leute unterwegs. Vor einer Bar hat die Barfrau Schluckauf, richtig heftig und laut. Wir beide lachen. Am Fluss steht auch das erste Denkmal für die schwarzen Sklaven, das wir sehen. Gerade gestern noch haben wir darüber nachgedacht, dass zwar jeder zweite Kilometer Highway ein Memorial für irgendwas ist, aber die Schwarzen irgendwie sehr untergehen. Später am Tag werde ich noch eine Harriet Tubman-Brücke sehen, eine Frau, von dessen Existenz ich erst im Flugzeug hier her erfahren habe. Und nun also das Denkmal. Mitten in den Südstaaten.


Wir laufen weiter zum Markt und beobachten Kinder im Brunnen. Am Ende des Marktes stoßen wir auf ein weiteres Denkmal für Schwarze. Diesmal ist es den schwarzen Soldaten der Unionstruppen gewidmet.

Wir schlendern, ziehen, fließen... und zerfließen. Wie üblich schlägt die schwere Luft wie ein Presslufthammer auf unsere Schädel. Da bieten die kleinen Parks ganz gute Rettungsanker. Auf dem Chippewa Square wurde die Bankszene von Forrest Gump gedreht. Es gibt viele Bänke. Wir rätseln, welche es gewesen sein könnte, mit welchem Hintergrund wir einen Film gedreht hätten. Jetzt grade hat mir Wikipedia verraten, dass besagte Bank im Museum steht.


Ciao, Südstaatenschönheit, Ciao Georgia, hinein in unseren letzten Bundesstaat: Florida!


Auf dem Weg runter fällt uns auf, dass heute nur Autoreifen und kein einziges Tier an der Seite liegt. Gestern haben wir allein zig halbe und ganze Gürteltiere gesehen und 1,5 Bambis.

Dafür gibt es Libellenschwärme und Orangensaft mit einem fröhlichen „welcome to Florida“ im Welcomecenter.


Mit Florida wandert das Thermometer auf 100° Fahrenheit, die Autofahrer fangen plötzlich an zu drängeln, wir knacken die 3000 Meilen-Marke.... Wir halten gleich auf den ersten Strand zu. Yeah, Meer!


Vorher essen wir noch was und lernen so Jones kennen. Jones, ein sehr sympathischer, junger Kellner, heißt tatsächlich nur Jones, das ist sein kompletter Name. Ihm ist selbst schleierhaft, wie das passiert ist, sein Vater heißt wenigstens noch Jim Jones. Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, beginnt er zu strahlen, sagt, er möchte so gern mal nach Europa, seine Familie hätte wohl Besitz gehabt in Wales. Ich schenke ihm 21 Cent, Brandenburger Tor und gute deutsche Eiche. Jones strahlt noch mehr. Und läuft mit den Münzen zu den anderen Kellnern und zeigt sie ihnen. Die sind sichtlich begeistert, sagen gelangweilt „awesome“. Doch Jones schaut immer wieder wie verzaubert auf das Geld. Wir unterhalten uns noch eine Weile, soweit es das volle Lokal erlaubt.


Und dann..... ab ans Meer!


Dort überkommt Pete gleich eine Inspiration, er kritzelt sich was auf sandigen Infoblättern aus meiner nun ebenfalls sandigen Tasche zusammen. Ich denke derweil über die USA nach.

So bin ich mit einem Sack Vorurteilen losgefahren und ganz ehrlich: ich wollte sie alle bestätigt wissen!

Und es stimmt auch alles.... und noch stimmt nichts. Ich habe immer noch keine klare Haltung zu dem Land, aber klar, ich lebe hier auch nicht und habe vielleicht keine Krankenversicherung, dafür aber 3 Jobs. Aber ich weiß: ich fühl mich wohl hier. Und sehr sicher. Und entschleuigt. Trotz der fast 5000 Kilometer, die wir in diesen paar Tagen hinter uns gebracht haben, fühlen wir uns beide langsam und gemächlich.

Ich mag die Rasenmäherbesessenheit der Amis, kein Ort auf den 5000 Kilometern ohne akkuratem Rasen. Oft sah man auch grad jemand auf seinem Rasenmähertrecker sitzen.

Ich mag es, wie die Amis verzweifelt auf meinen Ausweis gucken, weil auf ihrem: „turn 21 on......“ steht und auf meinem nicht und sie angesichts zweier Daten (Geburtsdatum und Ausstellungsdatum) lange rätseln, ob sie mir nun Bier verkaufen dürfen oder nicht.

Ich mag sogar das stolze Hinweisen auf die „historical sites“, obwohl meine Oma ebenso historical ist.

Ich mag sogar diese Motels. Immer der gleiche Grundriss. Und weil dieses Land soviel Platz bietet, alles ebenerdig, das Auto fast im Zimmer geparkt.

Ich mag es, dass sich hier jeder grüßt. Am Strand grüßt man die Nachbarn links und rechts und jeden vorbeikommenden. Im Motel grüßt man ebenso jeden, den man trifft. In der Tanke bedankt man sich erst beim Türaufhalter, dann grüßt man ihn, bevor man sich beim Türaufhalter an der Kühltruhe bedankt und den dann ebenso grüßt, wie den Verkäufer. Und dann hält man selbst die Tür auf und sagt „your`re welcome“. Das ist doch eigentlich ganz einfach und macht viel mehr Spaß!


Jetzt gerade sind wir in St. Augustine, eine ganz historische Stadt, sagte das Straßenschild. Werde gleich mal das Alter googlen. Pete ist noch immer von der Muse geküsst und schreibt. Und ich höre nun auf zu schreiben....




http://www.youtube.com/watch?v=6s0mlyj7vSM

 

P.S. Ich hab St. Augustine Unrecht getan... die Stadt ist wirklich historisch, also werden wir sie uns morgen anschauen...

5.8.13 03:57


South Carolina Low Country.. 04.08.

Wen man auch fragt, welche Bücher man zu Rate zieht, es ist ausgeglichen. Die einen sagen, Charleston ist die schönere Stadt der beiden, die anderen sagen Savannah.


Nun gut, wir starten mit Charleston. Hierhin wurden fast ein Drittel aller nordamerikanischen Sklaven verschifft, hier begann der amerikanische Bürgerkrieg mit dem Angriff auf , bzw der Verteidigung von Fort Sumter, hier wurde „Fackeln im Sturm“ gedreht.


Zunächst waren wir aber auf direktem Wege nach Mount Pleasant und besuchen die Boone Hall Plantation. Hier wurden diverse Filme gedreht (ja, auch Fackeln im Sturm ;-) und die Eichenallee, bewachsen mit Spanischem Moos, wurde durch „vom Winde verweht“ bekannt. Wir finden sie recht schnell, berappen 20$ pro Person und rein geht’s. Es ist wieder sehr schwül, oder, wie Pete sagt, man braucht eine Machete, um sich fortzubewegen. Mir läuft das Wasser schon den Rücken runter, bevor wir die wunderschöne, ewig lange Eichenallee erreicht haben. Dort legen sich die Blätter wie ein Dach über einen, es ist einfach traumhaft. Schon von weitem blitzt weiß das Herrenhaus durch das dunkle Grün. Kleiner als erwartet ist es.

Wir besichtigen die erste Etage, schauen uns Krebse in den angrenzenden Sümpfen an, halten inne in den Unterkünften der Sklaven. Am Ende unserer Besichtigung der Plantage, die übrigens immer noch bewirtschaftet wird, hören wir uns einen Vortrag über Gullah an. Gullah, das ist eine lokale Kreolsprache, gleichermaßen aber auch eine Tradition, ein Lebensgefühl, eine Verbundenheit mit Afrika.


Nach der Plantage erwartet uns das sehr hübsche Südstaatenstädtchen Charleston. Zu Hauf gibt es hier Antebellum-Häuser, alle sehr gepflegt und wie gemalt. Wir laufen ein wenig durch die Straßen, dann aber ist die Schwüle (denn so heiß ist es gar nicht, um die 30 Grad) zu heftig und wir flüchten in ein Bistro. Dem kostenlosen Wasser sei dank trinke ich allein 1,5 Liter. Essen ist auch gut.


Dann zum Battery Park, ein Blick auf Fort Sumter werfen. Im Wasser sehe ich eine riesige Schildkröte, bestimmt 50 cm groß! Wir schlendern zum Markt, auf dem früher Sklaven verkauft wurden, heute Körbe, Schmuck, Gewürze und falsche Markensonnenbrillen.


Ein Gewitter zieht auf und wir beschließen, doch noch weiter zu fahren. Charleston ist sehr schon, aber uns ein wenig zu geleckt, zu wenig Leben, als dass wir die teuren Zimmerpreise zahlen wollen.


Und so füllen wir grade ein Motelzimmer kurz vor Savannah mit Leben. Pete spielt Gitarre, ich tippe. Es ist so schwül, dass der Spiegel von der hereinströmenden Luft beschlägt. Sogar im Bad.


Übrigens habe ich viel zu viele Klamotten mit. Mein Optimismus, was das amerikanische Klima angeht, war sogar noch zu pessimistisch! Zwei lange Hosen? Haha! Ein langer Pullover, eine dünne Strickjacke? Ich lach mich tot! Doofe Sandra!

 

http://www.youtube.com/watch?v=A8Zg_SaWSAs

 

4.8.13 05:03


Georgia on my mind …. 02.08.

Montgomery verlassend erreichen wir bald die Grenzen von Georgia. Ich habe gelesen, Ray Charles` „Georgia on my mind“ sei sowas wie die inoffizielle Hymne des Staates und tatsächlich steht auf den Begrüßungsschildern „We`re glad Georgia`s on your mind“. Mit Georgia sind wir auch wieder eine Stunde voraus.


Wir beschließen, dem Antebellum Trail zu folgen. Antebellum, so nennt man den Stil der Häuser aus der Zeit vor dem Bürgerkrieg. Dabei gibt es zwar verschiedene Stile, z.B. wie die Säulen am Portal aussehen, aber vor dem Bürgerkrieg = Antebellum.


Der Trail führt uns nach Macon, dann weiter nach Milledgeville, nach Eatonton. In Milledeville halten wir an einem Imbiss, der Typ quatscht mit breitem Dialekt, ich verstehe kaum was und fühle mich überfordert, eine Entscheidung zu treffen. Also verschwindet der Typ und kommt kurz später mit einer kleinen Auswahl verschiedenster Gerichte zurück, zum Probieren.... darunter auch 2 Rippchen. So langsam verstehen wir, warum es „Servicewüste Deutschland“ heißt....


Wir sehen alte Häuser mit hübsch verzierten Veranden, überqueren verwundende Seen, fahren durch Kiefernwälder.


Und das verbindende Element all dessen ist die rote, sandige Erde Georgias. Das Grün ist hier ebenso saftig wie überall, aber die rote Erde ist dennoch überall zu sehen.

Jetzt ist es ca. 20 Minuten her, dass ich diese rote Erde angefasst habe und noch immer leuchtet meine Hand rot, als hätte ich in Henna gefasst.


~*~


Am Ende des Tages haben wir Orangeburg in South Carolina erreicht, haben über 420 Meilen geschafft und 9 Stunden im Auto verbracht. Seltsamerweise ohne Anstrengung, Müdigkeit oder Langeweile. Es ist Reisen. Mal langsam über kleine Highways und Straßen mit Rehen oder toten Gürteltieren am Straßenrand. Mit Anhalten und gucken und offenem Fenster. Mal schnell über die Interstate mit diesen ewigen Autoreifen an der Seite, mit Tempo und Klimaanlage, mit ebenso gucken.


Die rote Erde Georgias hat uns bis zur Staatengrenze begleitet, ab jetzt wird alles etwas entschleunigt. Morgen wartet das nur 70 Meilen entfernte Charleston auf uns, danach Savannah, dann Florida, die Everglades, die Keys, der Strand von Miami...

 

 http://www.youtube.com/watch?v=Thls_tMuFkc

3.8.13 15:15


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