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Louisiana 1927 …. 01.08.

Sumpftourtag... wir schmieren und dick mit dem Mückenspray ein. Später werden wir keine einzige Mücke zu Gesicht bekommen. Es gibt keine in den Sümpfen, was uns schleierhaft ist.


Bevor wir zu den Sumpfgebieten, starten, möchte ich gern noch einen Blick auf einen Freidhof hier werfen. Da New Orleans nahezu vollständig unterhalb des Meeresspiegels liegt, was der Stadt bei Katrina ja zum Verhängnis wurde, werden die Menschen in oberirdischen Gruften beerdigt. Einige dieser Friedhofe sind sehr alt, wie der St. Louis Nr. 1in Tremé. Zwar soll man wegen Räubern keineswegs und zu keiner Zeit allein auf einen Friedhof gehen. Da aber vor uns grad eine Reisegruppe war, wagten wir uns und wurden mit verfallenden, überwuchterten Gräbern belohnt, die eine schauerliche Atmosphäre verströmten.


Außerhalb von New Orleans dann gelangten wir zu den Sümpfen. Es gibt zahlreiche Bayous, die weitaus meisten in Cajun Country, aber das war uns zu weit weg, wobei diese sicherlich noch reizvoller gewesen wären. Aber auch so war es großartig. Die ersten Krokodile, echt riesen Viecher, sahen wir schon beim Ablegen. 1,5 Stunden schippern durch gänzlich unberührte Natur, durch Schlammgrün und – braun, Krokodile, Schildkröten, Waschbären. Und keine Mücken.


Gegen 2 Uhr machen wir uns wieder auf, Richtung Osten. Nach Tagen gen Westen und dann nach Süden fahren, geht es also wieder zurück. Wir erreichen wieder Mississippi, fahren die Küstenstraße entlang, sehen vor Biloxi erstmals das Meer. Weißer Sand, pisswarmer Golf. Wunderschön!

Wir essen creolische Shrimps und Red Snapper, sehen dabei Delfine.


Und gegen Abend erreichen wir Alabama.

Wald, Wald, Wald, Flüsse, Flüsse, Flüsse und über allem ein klarer Himmel..... Mehr lässt sich eigentlich nicht über Alabamas Süden sagen. Wir fressen Kilometer auf der Interstate. Im Dunkeln kommen wir in Montgomery an und checken in ein echt sehr seltsames Motel ein. Shining lässt grüßen....

 

 http://www.youtube.com/watch?v=MGs2iLoDUYE

 

P.S. Der Song handelt von der Mississippi-Flut von 1927. Nach Katrina hat Randy Newman das Lied zugunsten von Katrinaopfern neu aufgenommen und seitdem ist es die inoffizielle Hymne von Louisiana

3.8.13 05:10


I wish I was in New Orleans … 31.07.

Wir halten uns gar nicht lange auf, sondern fahren auf direktem Wege ….. in den nächsten Supermarkt und kaufen Mückenspray! :-) Jeder von uns ist übersät von Stichen, das wird in den Sumpfgebieten Louisianas sicher nicht besser...


Jetzt grade sind wir kurz vor New Orleans und werden gleich den Pontchartrain Causeway überqueren..... Wasser, Wasser, Wasser... 25 Meilen durch einen See!


Oh, New Orleans, du unschuldige Hure. Du verführst mit Spitzenunterwäsche, du bist lasziv, unschuldig und hast es faustdick hinter den Ohren.

Was für ein wunderbarer Ort, dieses French Quarter! Was für ein Zauber liegt auf diesem Viertel und wie widersprüchlich erscheint diese Stadt...


Wir haben uns mal ein Hotel im French Quarter gegönnt, wobei das kaum teurer war als das heruntergekommene Motel in Gettysburg. Es liegt 2 Blocks entfernt von Angelina Jolie und Brad Pitts Haus und in Spuckweite vom French Market. Und genau dahin stürmen wir auch erstmal, ungläublich staunend und bezaubert von all den schmiedeeisernen Balkonen, von der Pflanzenvielfalt, von dem Schub südlicher Vegetation, die das Land in den paar Meilen zwischen Natchez und New Orleans bekommen hat.

Wir lassen uns über den Markt treiben, durch die Straßen, ohne Hast und mit einer Leichtigkeit, die über allem zu Schweben scheint. In einem Hinterhof lassen wir uns zum Essen nieder, der Himmel zieht sich bedrohlich zu, die Luft riecht nach Gewitter. Der Kellner meint aber, es wird nicht regnen. Wir kosten Jambalaya, Crawfish, Gumbo und Shrimp Étouffée. Es regnet nicht.

Wir bleiben bei Straßenmmusikern stehen, gehen in Voodooläden, schauen einmal in die Bourbon Street und verlassen diese schnell wieder.


Sehr schade, war der Broadway in Nashville und die Beale Street in Memphis gleichermaßen Kommerz und das Herz der Stadt, so ist die Bourbon Street der Ballermann von New Orleans. Hier verhurt sich das schöne Viertel an all die vergnügungssüchtigen Partygänger, hier wird gesoffen, gefeiert und gekauft. Nicht, dass wir nicht vergnügungssüchtig sind, aber bitte nicht so. Es ist kein echtes Leben in diesem Abschnitt der Straße, der nur ein paar Blocks weiter zu einer ruhigen Wohngegend wird.


Wir laufen zum Mississippi, Schaufelraddampfertouren locken, allerdings wird der Mississippi hier nur von Industrieanlagen gesäumt, kein sehr schönes Ausflugsziel. Dafür machen wir einen Kutschfahrt (daher weiß ich auch, wo das Haus von den Pitt-Jolies ist), buchen einen Sumpftour für den nächsten Tag und ziehen anschließend in die letzte Kneipe der Bourbon Street, eine alte Scheune, die seit dem 18. Jahrhundert unverändert blieb. Innen nur Kerzenlicht. Altes morsches Holz, kaltes Bier, während draußen immer noch die schwere Hitze auf der Straße liegt.


Wie wir die Bourbon Street finden, fragte der Kutscher und wir verzogen das Gesicht. Geht zur Frenchman Street, riet er uns. Außerhalb des French Quarters, aber dennoch unmittelbar angrenzend. Nun steht in jedem Reiseführer, dass das French Quarter auf keinen Fall zu verlassen sei und einem außerhalb, z.b. in Tremé, Mord und Todschlag erwarten und man selbst für kurze Strecken das Taxi nehmen soll. Wir wagen es dennoch, zu mal uns bereits von weitem eine Straßen-Big-Band entgegen schallt und alles von Kneipen gesäumt ist.


Die Big Band steht an einer verdreckten Straßenecke, besteht aus über 10 Männern, die unkoordiniert Melodien spielen. Pete meint, sowas sei super, wenn man sein Instrument noch nicht so sicher beherrsche, man könne sich gut ausprobieren. Der Rhythmus ist vorgegeben, die Melodielinie ebenfalls, drumherum kann jeder machen, was er will. Und es macht Spaß. Es macht Spaß, auf der Bordsteinkante zu sitzen und zuzuhören. Zauberhaftes New Orleans.... Mitten in der Band steht ein kleiner Junge, nicht älter als 3 und hämmert auf eine kleine Trommel ein, mit großer Ernsthaftigkeit. Wieviel Ernst steckt in dem Spaß? Wieviel Dreck gibt es für die sauberen Straßen des French Quarters? Wieviele Häuser sind noch immer zerstört für den Klimbim der Bourbon?


Wir bleiben noch etwas auf der Frenchman Street, hören Bands zu, Blues, Jazz, die Stilrichtungen sind nicht mehr klar trennbar. Das hier ist echt, soviel echter als die Bourbon Street, hier sind Touristen und Einheimnische gleichermaßen zu finden.


Mich zieht es irgendwann ins Bett, Pete will sich noch etwas treiben lassen. Und so erzählt er mir ca. 1 Stunde später, als ich bei seiner Rückkehr erwache, dass er noch einmal auf der Bourbon Street gewesen sei, diese noch schrecklicher war als tagsüber und er zur Frenchman Street zurück gegangen sei. Ein wenig Umhertreiben, dann sei er auf einen Mann gestoßen, der mit einer alten Schreibmaschine auf dem Bürgersteig saß. Während Pete sich mit einem anderen Mann unterhalten hat, schreib der Schreibmaschinenmann etwas und gab es Pete dann:


Travelere


traveling the World

curious

late nights

open ears

waiting for the secrets

looking for the genuine

here at the foot of the river

 

 http://www.youtube.com/watch?v=eSaCQooqVLY

3.8.13 03:32


Ol`man River … 30.07.

Memphis, Tennessee und doch sehen wir hier erstmals den Mississippi.

Nicht weit südlich von Memphis erwartet uns dann auch eben dieser Bundestaat. Wir immer freuen wir uns auf das Welcome Center, wo man kostenlose Straßenkarten und Kaffee bekommt. Wo die Toiletten blitzsauber sind und man nette, hilfreiche Worte und ein Lächeln bekommt. Das mag ich! Hätte ich in Deutschland auch gerne. Überhaupt hätte ich einiges gern in Deutschland. Ich mag diese unglaubliche Höflichkeit, des selbstverständliche Türaufhalten, das Bedanken. Ich mag das kostenlose Wasser im Restaurant und das Refill. Ich mag das satte Grün. Ich mag es, wie die Autos sich langsam an eine Kreuzung heranschleichen und wer zuerst ankommt, darf auch zuerst fahren.


Mississippi begrüßt uns zunächst mit Sumpflandschaften, dann wechselt es in das unvergleichliche satte Grün. Wir fahren.... viele Meilen nach Süden. Irgendwann sagt Pete, wir müssten wohl mal tanken, wir hätten nur noch Benzin für 10 Meilen im Tank. Hektisch auf die Karte geguckt. Nichts. Fahr mal die nächste raus, da ist ein kleiner Ort, vielleicht haben wir Glück.... Aber kein Glück. Wir fahren weiter diesen kleinen Weg in der Hoffnung auf den nächsten Ort. Die Tankanzeige leuchtet nicht mehr, sie blinkt und schreit: FUEL! Die Meilen ziehen vorbei, kein weiterer Ort taucht auf. Es ist heiß und nichts ist weit und breit zu sehen. Zumindest mir geht der Arsch auf Grundeis, Pete rechnet auch mit Liegenbleiben, zu lange schreit die Tankleuchte schon, ist aber entspannter als ich. Dann, aus dem Nichts, ein Ort und mit dem Ort eine Tankstelle. Erleichtertes, fast schon hysterisches Lachen....


Wir fahren weiter, wechseln kurz vor Jackson auf den Natchez Trace Parkway, essen unterwegs schlechtes mexikanisches Essen und erreichen Natchez vor vor Sonnenuntergang.

Das Klima hat gewechselt, die Vegetation ist exotischer, die Luft schwerer, die Häuser gleichen einer Südstaatenfilmkulisse. Wir finden ein Motel für 44$, das günstigste bisher.


Schnell machen wir uns auf, entern die nächste Bar, das Haar klebt nass im Nacken, es ist so unfassbar schwül. Und die bösen Mississippimücken halten uns zusätzlich ordentlich in Schach. Bier schmeckt komisch, ein Mann quatscht uns zu, er ist total besoffen und sagt immer das gleiche und macht sich über unsere Aussprache von Städtenamen lustig.

Wir ziehen weiter, ein Rundgang durch die nächtliche Stadt, Staunen vor der Stanton Hall, in der die Innenaufnahmen von Mont Royal in „Fackeln im Sturm“ gemacht wurden. Was für ein Haus!


Wieder weiter, kltschnass, obwohl die Sonne schon lange untergegangen ist. Und so landen wir in einer kleinen Bar, in der wir gleich willkommengeheißen werden und sehr schnell ins Gespräch kommen. Es wird ein sehr netter Abend.


Natchez ist klein, wie bei allen amerikanischen Städten irritiert das Fehlen eines klaren Zentrums... ein Marktplatz, ein Kirchplatz, irgendwas. Da es im Bürgerkrieg kaum berührt wurde, gibt es viele alte Häuser und 2 gute Hände voll Herrenhäuser, die prachtvoll und dennoch unaufgeregt an den Straßen stehen. Ja, Natchez ist unaufgeregt, ebenso gemächlich wie der Mississippi, der sich langsam durch die Stadt zieht.... Ol`man River, wie Ol`man Memphis oder Ol`man Natchez......

 

 http://www.youtube.com/watch?v=Uw_jU_WEK60


2.8.13 17:06


Walking in Memphis 29.07.

Gerade befinden wir uns auf einem kleinen Highway in Richtung Memphis, die 70 West schlängelt sich durch kleine Ortschaften, die Gegend ist, wie überall in Tennessee, sehr grün und oft bewaldet und ich bin ein bisschen platt angesichts der Mobile Homes. .. Die ersten Trailer Parks meines Lebens habe ich nun gesehen und auch außerhalb von Trailer Parks sind Mobile Homes die bevorzugte Wohnart. Ich frage mich, wie groß diese Häuser wohl sind? 30qm vielleicht? Und der Zustand der meisten ist erbärmlich! Das Holz morsch, die Farbe abgeblättert. Davor stehen in der Regel 2 Pickups. Also stellt sich die Frage, wieviele Menschen wohl in so einem Haus wohnen?


Wir erreichen Memphis über über 30 Grad... schwül, drückend, schwer... Sweating in Memphis.

Ein Motel ist schnell an der Union Avenue 1 Meile vor der Stadt gefunden, unweit des Sun Studio.

Die Frau an der Rezeption lacht und giggelt die ganze Zeit, wir fühlen uns wohl...


Kurzes Durchschnaufen und dann geht’s auch gleich weiter nach Graceland. Pete ist selig. Graceland ist kleiner, als gedacht, ein hübsches, gemütliches Haus, läd zum Leben und Wohnen ein. Auch das Grab sah auf Fotos immer so kitschig und überdimensioniert aus, tatsächlich strahlt die Ecke Ruhe und Stille aus. Ein paar Menschen haben Tränen in den Augen und wischen diese verstohlen weg, keine Aufregung, kein Lärm, alles ist sehr andächtig.

Der Rest der Ausstellung ist eher für Liebhaber und Fans interessant, zu denen ich nicht zähle.


Nach Graceland stürzen wir uns in das Herz von Memphis, die Beale Street. Da wir ja eine Meile laufen, haben wir Memphis als trägen Körper erlebt, ein alter Mann, dessen Herz jedoch wie bei einem jungen Hüpfer schlägt. Die Beale Street ist laut, kommerziert, lebhaft und strahlt an jeder Ecke einen Funken Abgefucktheit aus. War Nashville ein offensiver Teenager mit strahlenden Augen, der versuchte, glücklich zu machen, der gute Laune versprühte, so hat Memphis eine gewisse Lebenserfahrung. Die Männer in den Bars versuchen nicht, das Publikum zu gewinnen, die rotzen ihren Blues runter, nehmen keinen Augenkontakt auf, bleiben seltsam gleichgültig. Und Blues ist an jeder Ecke, in jeder Bar, selbst auf den Straßen und in Parks...

Am hinteren Ende der Beale Street bleiben wir vor einem Straßenmusiker stehen, der das Offensive hat, was wir eigentlich suchen. Er entertaint und so lassen wir uns auch entertainen.

Dabei sitzen wir genau vor King Arthurs Restaurant und erleben einen alten, schwarzen Mann mit dermaßen viel Groove und Lebensfreude, dass es uns auf der Stelle glücklich macht. Arthur kommt immer wieder auf die Straße, tanzt, lacht, strahlt, klatscht. Wer jemals in Memphis ist, sollte zur 314 Beale Street gehen und sich von Arthur glücklich machen lassen.


Wir schlendern noch etwas durch Bars, lassen Memphis auf uns wirken, bis wir müde sind, wie der Rest der Stadt. Wieder eine Meile zurücklaufen, vor den Sun Studios sitzen und die trostlose Gegend herum betrachten, sich vorstellen, wie Johnny oder Elvis diese, damals sicher ebenso trostlose, Straße entlang läuft.


Kurz vor den Motel kaufen wir noch Bier und schenken irgendeinem Typen, der am Weg sitzt, eine Dose und dann... sleeping in Memphis

 

 http://www.youtube.com/watch?v=KK5YGWS5H84

2.8.13 17:04


Ich möcht so gerne mal nach Nashville … 28.07.13

Oh Nashville! Du Traum!


Jetzt auf dem Weg nach Memphis, bewusst nicht über die Interstate, sondern über kleine Highways, die gesäumt sind von viel Grün, Kirchen jeder Glaubensrichtung und diesen kleinen Mobile Homes, erscheint Nashville schon wieder so weit weg. Dabei war gestern wohl der schönste und präsenteste Tag!


Auf dem Weg von wo auch immer nach Nashville haben wir wohl eine Zeitzonengrenze überschritten und uns wurde eine Stunde dazugeschenkt. So waren wir auch sehr früh in Nashville und konnten noch nicht in ein Motel einchecken.

Also gingen wir zunächst etwas essen und trafen so auf


  1. Tammy

Tammy ist eine alte, schlecht geschminkte Serviererin und hatte offensichtlich Gefallen an uns gefunden. Sie trieb sich in die meiste Zeit in unserer Nähe herum und quatschte uns mit ihrem breiten Dialekt zu. Wir verstanden sie nur ganz schwer und da sie auch oft das Thema wechselte und wir uns auch nur noch schwer den Kontext erklären konnten, hielt sie zumindest mich für ein bisschen dumm, da ich keine Rehe kannte. Aber mir war es nicht möglich, ohne ein Bezug zum Thema das Wort „Deehhhhhaaaööööörrs“ als „deers“ zu entschlüsseln.


Später konnten wir dann einchecken und fuhren mit dem Bus nach Nashville Downtown... Reges Treiben, ein Wirrwarr von Musik, blinkende Lichter überall, Reizüberflutung.... Die erste gebündelte Aufmerksamkeit erzielte dann


  1. Calvin


… ein schwarzer Straßenmusiker, der eine schöne Akkustikversion von Matchbox20s „Push“ spielte. Wir kamen ins Gespräch, Pete, der seine Gitarre zwar mit aufs Empire State Buildung schleppt, sie aber in Nashville im Motel lässt, spielte einen Song mit Calvin und die beiden tauschten sich über Verstärker, Gitarren, Straßenmusik und sonstiges aus. Sein Vater war mal in Bad Tölz stationiert, was ich aber kaum entschlüsseln konnte, dieses „betöll“


Es zog uns weiter, erneute Reizüberflutung, gucken und staunen, hören und filtern, fließen und zulassen. So landeten wir schließlich in einer Bar, wo eine 5köpfige Band namens „Gray“ auf der Bühne stand und wirklich exzellente Musik machte. 3stimmiger Gesang, Country und doch nicht Country, alles sehr jung und frisch, Musik, die Freude macht. Wir haben diesen Jungs ewig und 3 Biere lang zugehört, mit selig lächelndem Gesicht. Nach dem dritten wir kamen wir mit


  1. Sheryl und Greg


ins Gespräch. Sie sind grad zu Besuch in Nashville, weil ihre Tochter hier lebt, aber Sheryl gefällt es so gut, dass sie überlegt, nach Nashville zu ziehen. Relativ bald waren Pete und Sheryl ins Gespräch vertieft, da beide große Elvisfans sind und sich wohl über Graceland oder ähnliches unterhalten haben. Derweil baggerte Greg mich an und so zogen wir recht schnell von dannen.


Schnell sagten wir nach Tschüß zu


  1. Mrs Birnbaum,


einer Kellnerin, die uns einen Riesenbecher Kronkorken für Julian sammelte. Sie ist halb deutsch, spricht es aber nicht, ihre Schwester lebt in Kaiserslautern. Demnächst wird sie nach Irland fahren und nach den Spuren der anderen Hälfte ihrer Herkunft suchen.


Wieder draußen und weitertreibend, landeten wir eigentlich auf der Suche nach etwas zu essen, in einer anderen Bar, in der traditioneller Country gespielt wurde. Wieder sehr gut und auf sehr hohem Niveau. Ich machte meine erste echte Begegnung mit einer Steel Guitar und bin echt fasziniert von dem Ding. Die Band spielte ca. 2 Stunden, wir tranken 2 Stunden Bier, unterhielten uns kurz mit texanischen Mädels neben uns, der einen schenkte ich meine Schachtel „Salem“, die teuren Mentholzigaretten aus New York. Kurzer Schwatz auch mit einer alten, blondierten, schon sehr betrunkenen Frau, sie uns stolz ihrer neuen Stiefel zeigte, die sie eine Stunde zuvor gekauft hatte. Interessierte uns zwar nicht, aber sie ließ nicht davon ab uns alles über das Material zu erzählen, obwohl sie kaum noch stehen konnte. Am Ende küsste sich mich auf beide Wangen und wurde von ihrem hageren Mann weggezogen.

Ich wünschte mir dann „Help me make it through the night“ und Pete und ich tanzten dazu.


Später ließen wir uns noch etwas durch die Straßen treiben, hielten hier und da, um uns ein wenig die ganzen Bands anzuhören und an einer Ecke trafen wir wieder auf Calvin. Gemeinsam mit ihm nahmen wir den Bus zurück Richtung Motel. Recht schnell wurden wir von


  1. Vernon


und einer blonden Frau angesprochen. Die blonde Frau wollte wohl nur ihre Neugierde bezüglich unseres Akzentes befriedigen, mit Vernon entwickelte sich jedoch ein schönes Gespräch, das wohl schönste des heutigen Tages. Vernon war interessiert, gebildet, differenziert. Zu schade, dass wir nur eine Busfahrt Zeit hatten.


Im Motel waren wir noch immer sehr aufgedreht, etwas betrunken von Bier und Freude über diesen Tag. Nashville, Zentrum des Country, ist das blühende Leben. Ich hatte wenig Vorstellung, was uns erwarten würde, wenig Erwartungen. Aber hätte ich welche gehabt, selbst dann wären wir nicht enttäuscht gewesen. Country lebt an jeder Ecke, in jeder Bar. Vielleicht ist alles nur Touristennepp, aber es fühlt sich nicht so an, es wirkt echt. Wir waren so eingetaucht und voll von allen Eindrücken, dass wir uns sowohl die Grand Ole Opry als auch das Country Music Hall of Fame schenkten und es nicht als Verlust empfanden.

 

 http://www.youtube.com/watch?v=PUH4Wn-O6Ok

2.8.13 17:02


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