Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback


http://myblog.de/usa2013

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Tennessee Waltz ..... 27.07.13

Der Regen und der trübe Himmel, der uns heute morgen erwartete, beendete das Rätselraten, wo es als nächstes hingehen soll... Weiter Shenandoah Skydrive Way? Sieht man nichts! Über die Appalachen nach West Virginia? Sieht man nichts! Blue Ridge Parkway? Sieht man auch nichts! Also fahren wir jetzt die Interstate 81 Richtung Süd-Westen, fressen Kilometer und warten darauf, dass uns irgendwo besseres Wetter erwartet, entscheiden dann neu.

Links von uns liegen jetzt die Berge, Nebel unten, Nebel oben, dazwischen erahnt man schwarzgrüne Wälder. Rechts von uns liegt ein weiterer Gebirgszug, aber das sagt nur die Karte.

Carsten und ich vertreiben uns die Zeit beim Zählen von geplatzten Autoreifen, was Carsten aber deprimierend findet. Wir suchen im Radio nach Countrysendern, schauen auf Nummernschilder, bestaunen die alten Trucks.



Über 600 Kilometer später haben wir die Grenze zu Tennessee längst hinter uns gelassen. Und pünktlich damit kam auch ein wenig Sonne raus. Etwas ratlos haben wir beim Essen beschlossen, nach Pigeon Forge zu fahren und ein wenig am Rand der Smoky Mountains herumzufahren. Leider hatten außer uns noch 10000 andere Leute diese Idee, wir standen ca. 1 Stunde im Stau und die Smoky Mountains in der Ferne machten ihrem Namen alle Ehre und waren Nebelverhangen.

Also sind wir in Pigeon Forge in ein Titanic-Museum gegangen und haben Kitsch erwartet, stattdessen aber ein super informatives, liebevoll gestaltetes und sehr anschauliches Museum vorgefunden! Also, wer mal in der Nähe ist.....


Nun sind wir … ach, das wissen wir auch nicht. In einem Motel an der Interstate 40, Richtung Knoxville...

Jetzt wird erstmal Gemüse und Obst gegessen, das vermissen wir etwas. Und ein Bier getrunken, das ist ja schließlich immer hart erkämpft mit ID und bösen Blicken...

 

 http://www.youtube.com/watch?v=zzDUi_L6MzA


28.7.13 04:40


Blue Rigde Mountains, Shenandoah River.... 26.07.13

Gerade befinden wir uns am Rande des Shenandoah National Park, geräumt von den Blue Ridge Mountains.... Allerdings in Virginia, keine Ahnung, wie John Denver auf West Virginia kommt. Vielleicht, weil es im Westen von Virginia ist? Der Bundesstaat West Virginia ist es jedenfalls nicht.


Malerisch ist es hier, wunderschöne Berge und sanfte Hügel, dieses satte Grün, es riecht nach gemähten Gras und Waldmeister. Zweimal standen Rehe auf der Straße und schauten uns an und wir schauten dann erstaunt zurück. In Kürze werden wir auf den Skyline Drive fahren und uns mittendrin in den Appalachen befinden.


Aber zunächst waren wir ja in Gettysburg. Ein Motel war schnell gefunden, leider funktionierte bei mir das W-Lan nicht. Gestern Abend haben wir schon einen Blick auf das Schlachtfeld geworfen, da war uns allerdings noch nicht klar, wie groß dieses ist. Anschließend haben wir uns in eine Bar gesetzt, einige Probleme beim Bierkauf gehabt, da diese von uns beiden eine ID sehen wollten und ich meinen ganzen Krempel im Motel gelassen habe. Außerdem kamen wir mit zwei Deutschen ins Gespräch, die derzeit hier arbeiten.

Gettysburg selbst ist ganz hübsch mit vielen alten Häusern, aber sehr touristisch ausgelegt. An jeder Ecke werden Touren angeboten oder irgendein Krempel verkauft.

Heute morgen, nach tiefem Schlaf, sind wir gegen halb 10 los, die Zeitumstellung ist nun gänzlich vollzogen. Es gibt Touren für Autos, eigentlich audiogeführt, aber wir haben keinen CD-Player im Auto. Also sind wir einfach so drauf losgefahren. Und neben groß ist es auch sehr interessant und beeindruckend. Eine längere Rast machten wir am Little Round Top. Von dort kommt man in eine breite Ebene sehen, allerlei Steinblöcke liegen herum und die Schlacht wirkt plötzlich ganz nah.


Nach Gettysburg haben wir uns auf den Weg nach Washington D.C. gemacht, sind das klassische Touri-Programm abgelatscht. Lincoln Monument, Weißes Haus, Capitol, ein Hot Dog schnell auf die Hand, sehen und staunen. Und alles ist sehr viel entspannter als in New York. Auf der Wiese vor dem Weißen Haus trainierten bestimmt 100 Menschen Fußball. Alles ist sehr sauber, man fühlt sich sehr sicher. Als ich eine Frau versehentlich an ihrer Tasche angerempelt habe, hat SIE sich bei mir entschuldigt!

Auch Autofahren ist deutlich entspannter. Man überholt links und rechts, aber da keiner Stress macht, wird nicht gedrängelt oder geschnitten, nicht gehupt oder geschimpft. Die ganze Aggressivität ist raus, alles fließt. Und wenn man sich an den Fluss hält, kann es auf dem Highway auch schonmal 80 mph schnell werden, statt der erlaubten 65mph...

Tanken war auch so eine Sache.... Ich wusste, dass wir uns doof anstellen würden und glaubte, mit dem Wissen, dass man erst zahlt und dann tankt, wären wir vielleicht nicht ganz so doof. Aber nichts ging.... Also zum Schalter und ein nahezu zahnloser Inder nuschelte kaum verständlich vor sich hin, fragte dann, aus welchem Staat wir kommen. Wir sagte, wir wären aus Deutschland, lachte und half uns.... Einmal volltanken: 28$.... ein deutscher Traum wird wahr...

Übrigens bin ich den ganzen Weg nach Washington ohne einen versehentlichen Bremser gefahren, ich bin lernfähig.



Abend.... ein Drittel Shenandoah National Park liegt hinter uns. Rehe haben wir viele gesehen, viele in Nebel getauchte Berge und viel Grün.

Nun sind wir in Harrisonburg in einem Motel und die Müdigkeit zieht uns in Bett. Noch haben wir keinen Plan, wo es morgen hingeht... Übrigens gibt es an jeder Staatsgrenze ein Welcome Center, wo man kostenlose Straßenkarten bekommt. Genau über so einer hängen wir grad ….


http://www.youtube.com/watch?v=znN8m0KAOGI

27.7.13 14:54


Leaving New York is never easy …. 25.07.2013

Erstmal: Tausend Dank liebe Titi und Feña für eure Gastfreundschaft! Bei euch zu sein hat New York tausend mal toller gemacht! Danke für den grandiosen Blick aus euren Fenstern, für offene Ohren unserer Geschichten am Abend, für wertvolle Tipps, für das Bier (oh, the Germans!!!!), für Kaffee und Bagels am Morgen! Es war toll bei euch!


Und nun haben wir New York, schweren Herzens, verlassen und wagen uns in neue Abenteuer.


Erster Stopp war Newark. Meine Empörung mangels einer Ubahn nach New Jersey wich, als wir dort waren... ich würde auch keine Ubahn bauen, es ist nicht wirklich spannend. Dafür war aber der Flughafen recht gut organisiert und wir fanden ganz schnell Hertz und nach ca. 10 min hatten wir unser Auto. Es hat also tatsächlich wieder alles geklappt mit diesen Zetteln. Faszinierend.


Und seitdem fahren wir umher.... einmal ganz durch New Jersey und rein nach Pennsylvania. Letzteres ist sehr sehr hübsch. Sanfte Hügel, sattes Gras, schöne, kitschige Häuser. Ich bin entzückt! Das hier ist USA aus dem Kino! ;-)

Beim nächstbesten Diner machten wir Halt und die Unterschiede zu New York wurden immer deutlicher. Das Essen war deutlich billiger und riiiiiiesig! Ich hatte ne Chicken Fajita für 7$, Pete einen Burger für 6$ und nicht mal die Hälfte war zu schaffen.

Auf dem Parkplatz machte ich dann meine ersten Automatikfahrversuche und ich habe mich beim Linksverkehr in Irland deutlich weniger dusselig angestellt... 2 Mal habe ich auf dem Highway eine Vollbremsung hingelegt, weil der Kupplungsfuß irgendwie doch immer mitmischen will. Und sobald ich einigermaßen automatisiert war und abbiegen wollte.... ZACK..... Bremse! Argh! Seit dem zweiten Mal fährt Pete wieder....


Wir sind erstmal Richtung Lancaster gefahren und haben uns das Amish Country rund um die Stadt angesehen.... Sehr faszinierend... Neben der wirklich schönen Landschaft ist es vollkommen irre, dass sie da wirklich so leben. Mit den Pferdewagen, die Buggys genannt werden, mit diesen Klamotten, ohne Strom etc. Interessanterweise haben die Buggys Blinker. Ein wenig die Hauptstraße verlassen und einfach kleinen Wegen folgen lohnt sich sehr. Noch besser, man wäre ohne Auto unterwegs.

Anschließend sind wir durch das ebenfalls sehr hübsche Städtchen Lancaster gefahren, wollten Eis in einem Supermarkt kaufen, stattdessen habe ich mich mit Verkäufer Eric unterhalten, der Deutsch im Nebenfach studiert hat, aufgrund der Tatsache, dass die Amish und Mennoriten zu 60% deutschstämmige Worte haben. Außerdem sind die Zigaretten in Pennsylvania fast 8$ billiger.

Nun grad sind wir auf dem Weg nach Gettysburg, wir folgen der bald untergehenden Sonne, vorbei an geplatzten Reifen alle 5m. Die Häuser haben hübsche weiße Veranden, die obligatorische Hollywoodschaukel und das Windspiel im Baum. Und meistens hängt auch eine USA-Flagge dabei.

 http://www.youtube.com/watch?v=93qDO1vhusw

 

27.7.13 04:14


I`m feeling groovy .... 24.07.2013

hey, Entspannttag! Heute ist nur fließen angesagt.


Und deshalb flossen wir auch erstmal ganz langsam aus dem Bett, ganz langsam zum Frühstück und noch viel langsamer aus dem Haus.

Jetzt gerade sitzen wir im High Line Park, einem „Park“ (mit sämtlichen Verboten aller Parks hier), der ursprünglich eine Bahnlinie war, in gut 20 m Höhe.

Carsten spielt Gitarre, ich esse Chips mit Guacamole und tippe auf mein Netbook ein. Genau hinter uns ist das Pier der Titantic, wenn sie nicht.... das hatten wir schon... Jetzt ist da ein Golfplatz. Auf dem Hudson.

Heute ist es deutlich windiger und bewölkt, das ist sehr angenehm. Temperaturen sind wie immer, aber trockener, es lässt sich ganz gut aushalten. Wenn uns sie Hummeln treiben, werden wir weiter Richtung Norden gehen, ein wenig West Side Story spielen und anschließend den Central Park nochmal näher begutachten.


Nochmal ein paar New York-Facts:

  • es gibt mehr Schwangere als Raucher in New York, Carsten hat sie alle gezählt

  • es gibt wenig Hunde

  • die Menschen laufen langsam

  • es dauert mitunter bis 10 Minuten von einer Ubahnstation zur nächsten, obwohl die Dinger echt rasen

  • es gibt getrennte Mülleimer für Dosen und Zeitungen

  • man sollte es vermeiden, die Zigarettenmarke „Salem“ zu kaufen, die ist mit asiatischem Menthol.... angesichts der Zigarettenpreise hier eine teure und bittere Erfahrung.... es sei denn, man mag asiatisches Menthol

  • Klimaanlagen, Baby!

  • Auf den Toiletten wird exklusiv darauf hingewiesen, dass Mitarbeiter sich die Hände waschen müssen, bevor sie zur Arbeit zurückkehren

  • Buntnessel ist eine sehr beliebte Zierpflanze im New Yorker Stadtbild


…. ein paar Stunden, ein Diner und ein Pint Guinness später und wir sitzen im Central Park... Durch den bewölkten Himmel kommt dennoch die Sonne durch und wir sind ganz entzückt, endlich mal wieder Gras unter unseren Füßen zu haben. Wie gedacht sind Hunde und im Gras sitzen erlaubt, Rauchen verboten. Dafür gibt es aber Öffnungszeiten. Und Fahrräder dürfen nur auf gekennzeichnete Wege. Vor uns spielen Jugendliche Baseball, Leute sitzen entspannt im Gras herum oder spazieren durch die Gegend. Von fern hört man manchmal eine Sirene, aber im Großen und Ganzen ist die Stadt fern.


Bisher haben sich noch keine Klischees erfüllt oder verhärtet. New York ist deutlich entspannter, als ich es erwartet hätte. Hier zu leben erscheint mir nicht mehr als Kunststück. Die New Yorker entschleunigen, wo sie können. In einem „Park“, auf einer Plaza, in schweigenden Ubahnen.... Einzig die dargestellte Szene in Filmen..... hektische Frau rennt mit Highheels aus einem Haus, hebt die Hand und schreit „Taxi“ und sofort hält eins.... ist falsch. Habe viele Leute hier lange auf Taxis warten sehen. Überhaupt fahren fast nur Taxis durch die Straßen. Wer sonst könnte sich hier einen Parkplatz leisten? Heute haben wir ein Schild gesehen „Stop praying, God is too busy to give you a parking area“

Ab morgen wird sich alles ändern, die schmerzenden Füße werden sich in schmerzenden Rücken und Hintern verwandeln. Gegen 12 Uhr können wir unser Auto am Flughafen von Newark abholen, wenn wir es denn bis nach New Jersey schaffen, da es irgendwie keine Ubahnverbindung dahin gibt. Außerdem habe ich ja so meine Zweifel, was aus dem Internet ausgedruckte Zettel angeht.


Wieder ein paar Stunden später und immer noch im Central Park. Es ist schön, das Treiben und Fließen anderer Leute zu beobachten. Am John Lennon Memorial saß ein Mann mit Gitarre herum und spielte Beatles-Lieder. Vor ihm stand ein kleiner, asiatischer Junge, vielleicht 4 Jahre alt und sang kräftig mit, teilweise auch allein. Das war wirklich zu niedlich. Dutzende Leute klatschten und filmten. Etwas weiter entfernt stand ein anderer Junge, kein Asiat, aber dennoch der Bruder des Kleineren, und versuchte zu jonglieren. Sein Fahrradhelm lag vor ihm auf dem Boden und er war hoch konzentriert, hatte offensichtlich kein Interesse an den Beatles. Irgendwann bin ich zu ihm gegangen und habe ihm 1 $ in seinen Fahrradhelm geworfen und der Junge strahlte über das ganze Gesicht und war umso ermutigter. Nach und nach schmissen noch andere Leute Geld in den Helm. Dann kamen wir mit dem Vater der beiden, ebenfalls kein Asiate, ins Gespräch. Er sei als Posaunenspieler im Orchester bereits in Köln gewesen und ja, der Kleine höre immer nur Beatles und der Große habe vor 2 Tagen angefangen zu jonglieren.

Dann sprach uns ein anderer Mann an, wir seien aus Deutschland? Woher? Seine Frau sei aus Mainz? Ja, wir grüßen den Rhein.

Ein bisschen spazieren und wir sind an der Bethesda Terrace und hier unten, in dieser wunderschönen Säulenhalle stehen sowohl Braut und Bräutigam, hier dreht ein Bestimmt-Bald-Berühmt-Sänger in einer One-Man-Performance ein Musikvideo. Hier machen Mädels Sport. Hier macht ein Mann seltsame Verrenkungen auf einem riesen Gymnastikball. Hier sitzen Touristen am Springbrunnen. Kurz: hier findet das Leben ganz pur und konzentriert statt.

Mittlerweile ist die Sonne auch wieder rausgekommen und es herrscht eine Ruhe und Gelassenheit, die auf uns abfärbt. Wer den Central Park zugunsten anderer Sehenswürdigkeiten auslässt, der spart am falschen Ende. Ich hätte nicht gedacht, wie gut dieser Tag voller Müßiggang tut und wie viel er auch über New York verrät.

 

 http://www.youtube.com/watch?v=TJBhdKrwTOc

25.7.13 13:56


New YOrk, New York..... 23.07.2013


Was für ein Marathon. Wir sind jetzt fit für den Bestseller „New York in 24 Stunden“... Aber toll wars!


Der Tag fing dank Jetlag um halb 6 morgens an, schnell eine Dusche, schnell ein Kaffee, schnell ein paar gute Ratschläge und dann sind wir auch schon los... mit der Ubahn nach Downtown und von dort die Fähre nach Staten Island. Die ist kostenlos nutzbar und bietet in einer halbstündigen Fahrt nach Staten Island einen grandiosen Blick auf Manhattan, die Freiheitsstatue und alles ringsherum.

Und da Ellis Island, was mich sehr gereizt hätte, derzeit sowieso geschlossen hat (wegen Hurrikanschäden, glaube ich...), bot sich das so an.

Kurzer Aufenthalt in Staten Island, die Sonne brennt schon ziemlich vom Himmel, und wieder zurück.

Anschließend sind wir den Broadway Richtung Norden gefolgt und zum 9/11-Memorial gegangen. Da wir etwas planlos waren, spielte uns das Glück ein wenig in die Hände. Denn das Memorial ist kostenlos, man sollte jedoch etwas spenden. Das haben wir aber nicht gepeilt und stattdessen für 12$ eine guided tour gebucht. Das erwies sich wirklich als Glück, denn es war nicht nur sehr informativ und spannend gemacht, man kam so auch an den Massen von Leuten vorbei, die am Eingang standen. Das hätte mindestens eine Stunde Wartezeit bedeutet und ich bezweifle, dass wir die Ruhe gehabt hätten, uns da in der Hitze anzustellen.


9/11-Memorial.... ein sehr ruhiger und friedlicher Ort. Die Fundament-Brunnen sind wunder- und würdevoll umgesetzt. Das Herz der Stadt schlägt langsamer, der Lärm dringt kaum ins Bewusstsein. Alles ein ruhiger, friedlicher Fluss. Wirklich lohnenswert (vor allem mit der guided tour ;-))


Weiter ging es dann an der Cityhall vorbei Richtung Chinatown... Der Columbuspark, Herz des Viertels, lud zum Verweilen ein. Mittlerweile war es eh unglaublich schwül, es roch wie im Tropenhaus und war nicht minder feucht. Überall saßen Chinesen an Tischen, spielten Spiele, Frauen und Männer getrennt. Hier und da Musiker mit seltsamen Instrumenten, in einer offenen Halle trainierten junge Männer irgendwelche Kampfsporttechniken. Es war nach der gefühlten Filmkulisse Downtown geradezu eine Erholung, sowas Echtes zu sehen. Alles sehr traditionell. Noch heute sind die meisten Einwohner Chinatowns Asiaten und so wundert es auch nicht, dass Straßennamen mit asiatischen Schriftzeichen versehen sind, man kaum englisch hört und sich Nase, Ohr und Auge entrückt fühlen... Nach einer Weile sind wir an einem anderen Park angekommen, wo junge Chinos gegen die Latinos Fußball spielten. Und zwar ohne Stress und Geschrei, nur am Ende war dann doch ein „maricon“ zu hören...


Apropros Park.... Wenn in Amerika alles größer ist, dann gehören Parks nicht dazu. Zumindest nicht in New York. 3 Bäume und 2 Bänke sind ein Park. Und in einem Park ist alles verboten:

Nicht die Grünfläche betreten!

Nicht rauchen!

Keine Hunde!

So eine schöne Fleezkultur mit Decke auf dem Rasen und alles ganz chillig gibt es nicht. Man sitzt auf Bänken. Insofern der Park geöffnet ist. In einem Park haben wir sogar ein Hundegatter gesehen, das erinnerte doch sehr an das Kinderparadies bei Ikea.

Eine Ausnahme ist wohl der Central Park, aber den haben wir nur kurz betreten bisher, deshalb muss das noch evaluiert werden.


Nach Chinatown kam der Regen. Glücklicherweise saßen wir grad vor einer Bar und waren überdacht. Und selbst bei Regen sind die New Yorker nicht hektisch. Sie laufen nicht schneller, sie wirken nicht gestresster. Nichts scheint sie aus der Ruhe zu bringen. Selbst Autofahrer sind vielleicht anderen Autofahrern gegenüber … nun ja... dominant, der wahre König ist hier aber der Fußgänger. Bei Rot geht hier jeder. Auch Mütter mit Kindern. Wir haben uns schnell angepasst.


Der Regen brachte dann keine Abkühlung, er machte nur alles noch schwüler. Also sind wir die Bowery Av. Hochgelaufen (und ich oute mich direkt mal als sofortiger Fan des New Yorker Straßensystems...) und für den Fall dass irgendjemand mal Tische, Stühle und Küchenmaschinen für den Gastronomiebereich braucht: ich weiß, wo man das bekommt!


Das wahre Highlight folgte nach einer kurzen Rast am Union Square, ein wirklich sehr lebendiger Platz mit allerlei skurilen Gestalten. Dort entschieden wir uns nämlich, nicht morgen auf das Rockerfeller Center zu fahren, sondern heute schon aufs Empire State Building, ja eigentlich sowieso Pflicht jeder Reise.


Mir wars eigentlich noch zu früh, da ich, wie ebenfalls jeder, den Sonnenuntergang sehen wollte, und der Sonnenuntergang noch weit entfernt schien. Aber mit dem ganzen Brimborium, Taschendurchleuchtung, Metallscanner, Ticketkauf... ach, noch ein Audioguide dazu?.... und hochfahren und hier … ein Foto... am Ende für 20$ kaufbar..... bis man also endlich oben war, in den 86. Stock für 25$, war es genau die richtige Zeit! Und WAS für eine Aussicht! Die Sonne schien rötlich über Manhattan, der Hudson River leuchtete, in den Fenstern spiegelte sich das Licht, es war wirklich traumhaft! Und langsam wurde es dunkler, der Moment, als die Lichter angingen war wirklich magisch. Immer dunkler, immer mehr Lichter und leider auch immer mehr Menschen!

Irgendwann war nämlich Carsten weg. Erst habe ich noch lange die Aussicht genossen und dem Audioguide zugehört (ich habe eine Schwäche für Audioguides und dieser war wirklich gut.... ich weiß jetzt, wo die Titanic angekommen wäre, wenn sie nicht wäre, hätte, ist sie aber doch....)

Dann habe ich mich auf die Suche nach Carsten gemacht. Nicht leicht. Immer mehr Menschen strömten auf das Gebäude, das in nur unglaublichen 14 Monaten erbaut wurde. Keine Chance. Ich fragte einen Ordner, ob ich mich kurz auf ein Podest am Eingang stellen dürfe, da ich meinen Freund verloren hätte, Der sagte aber nur „you`ll find a new one“ und schickte mich weg. Noch ein paar Runden Gesuche und dann fuhr ich allein nach unten. Die Gitarre mussten wir unten abgeben und ich wollte schauen, ob Carsten sie schon abgeholt hat. An zig verschiedenen Ordnern vorbei, immer dieselbe Story vom verlorenen Freund und der Gitarre erzählt. Gitarre noch da, Carsten also auch noch da.... oben wahrscheinlich. Und ich unten. Ohne Handy. Tolle Wurst

Nach ca. 20 Minuten Warten fragte ich einen Asiaten neben mir, ob ich sein Handy für eine SMS benutzen dürfe... Er schien nicht begeistert, ließ mich aber. Und ist man das Nummernmerken ja nicht mehr unbedingt gewöhnt und blöderweise habe ich dann auch noch aus einer 7 eine 8 gemacht. ARGH!

Nun ist das Empire State Building insofern übersichtlich, als dass es nur einen Ausgang gibt so hieß es Warten. Natürlich kam Carsten irgendwann runter. Er hatte mich oben gesucht, na ja, Hauptsache, wir suchen einander überhaupt ;-) Wir holten die Gitarre ab, eine Ordnern sagte lachen „oh, you`ve found him!“ und dann raus in die dunkle, heiße Nacht.


Erstmal planlos, so dass wir uns von der nächsten U-Bahnstation entfernten. Als wir das bemerkten, war uns schon alles egal, wir beschlossen von der 34th in die 52th und noch 4 Avenues Richtung Osten zu laufen.

Seeeeeehr blöde Idee.... nach dem Gewaltmarsch des Tages. In der 43th zog ich meine Schuhe aus und ging des Rest barfuß, es ging einfach kein Schritt mehr. Die Straßen werden teilweise noch so heiß, obwohl es schon eine Weile dunkel war, nichts kühlt sich hier ab.


Bei Francisca noch schnell erzählt, gegessen und getrunken und dann sah ich eh alles doppelt und das Einschlafen fiel nicht schwer.....

 

 http://www.youtube.com/watch?v=aqlJl1LfDP4

25.7.13 03:33


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung