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Ich möcht so gerne mal nach Nashville … 28.07.13

Oh Nashville! Du Traum!


Jetzt auf dem Weg nach Memphis, bewusst nicht über die Interstate, sondern über kleine Highways, die gesäumt sind von viel Grün, Kirchen jeder Glaubensrichtung und diesen kleinen Mobile Homes, erscheint Nashville schon wieder so weit weg. Dabei war gestern wohl der schönste und präsenteste Tag!


Auf dem Weg von wo auch immer nach Nashville haben wir wohl eine Zeitzonengrenze überschritten und uns wurde eine Stunde dazugeschenkt. So waren wir auch sehr früh in Nashville und konnten noch nicht in ein Motel einchecken.

Also gingen wir zunächst etwas essen und trafen so auf


  1. Tammy

Tammy ist eine alte, schlecht geschminkte Serviererin und hatte offensichtlich Gefallen an uns gefunden. Sie trieb sich in die meiste Zeit in unserer Nähe herum und quatschte uns mit ihrem breiten Dialekt zu. Wir verstanden sie nur ganz schwer und da sie auch oft das Thema wechselte und wir uns auch nur noch schwer den Kontext erklären konnten, hielt sie zumindest mich für ein bisschen dumm, da ich keine Rehe kannte. Aber mir war es nicht möglich, ohne ein Bezug zum Thema das Wort „Deehhhhhaaaööööörrs“ als „deers“ zu entschlüsseln.


Später konnten wir dann einchecken und fuhren mit dem Bus nach Nashville Downtown... Reges Treiben, ein Wirrwarr von Musik, blinkende Lichter überall, Reizüberflutung.... Die erste gebündelte Aufmerksamkeit erzielte dann


  1. Calvin


… ein schwarzer Straßenmusiker, der eine schöne Akkustikversion von Matchbox20s „Push“ spielte. Wir kamen ins Gespräch, Pete, der seine Gitarre zwar mit aufs Empire State Buildung schleppt, sie aber in Nashville im Motel lässt, spielte einen Song mit Calvin und die beiden tauschten sich über Verstärker, Gitarren, Straßenmusik und sonstiges aus. Sein Vater war mal in Bad Tölz stationiert, was ich aber kaum entschlüsseln konnte, dieses „betöll“


Es zog uns weiter, erneute Reizüberflutung, gucken und staunen, hören und filtern, fließen und zulassen. So landeten wir schließlich in einer Bar, wo eine 5köpfige Band namens „Gray“ auf der Bühne stand und wirklich exzellente Musik machte. 3stimmiger Gesang, Country und doch nicht Country, alles sehr jung und frisch, Musik, die Freude macht. Wir haben diesen Jungs ewig und 3 Biere lang zugehört, mit selig lächelndem Gesicht. Nach dem dritten wir kamen wir mit


  1. Sheryl und Greg


ins Gespräch. Sie sind grad zu Besuch in Nashville, weil ihre Tochter hier lebt, aber Sheryl gefällt es so gut, dass sie überlegt, nach Nashville zu ziehen. Relativ bald waren Pete und Sheryl ins Gespräch vertieft, da beide große Elvisfans sind und sich wohl über Graceland oder ähnliches unterhalten haben. Derweil baggerte Greg mich an und so zogen wir recht schnell von dannen.


Schnell sagten wir nach Tschüß zu


  1. Mrs Birnbaum,


einer Kellnerin, die uns einen Riesenbecher Kronkorken für Julian sammelte. Sie ist halb deutsch, spricht es aber nicht, ihre Schwester lebt in Kaiserslautern. Demnächst wird sie nach Irland fahren und nach den Spuren der anderen Hälfte ihrer Herkunft suchen.


Wieder draußen und weitertreibend, landeten wir eigentlich auf der Suche nach etwas zu essen, in einer anderen Bar, in der traditioneller Country gespielt wurde. Wieder sehr gut und auf sehr hohem Niveau. Ich machte meine erste echte Begegnung mit einer Steel Guitar und bin echt fasziniert von dem Ding. Die Band spielte ca. 2 Stunden, wir tranken 2 Stunden Bier, unterhielten uns kurz mit texanischen Mädels neben uns, der einen schenkte ich meine Schachtel „Salem“, die teuren Mentholzigaretten aus New York. Kurzer Schwatz auch mit einer alten, blondierten, schon sehr betrunkenen Frau, sie uns stolz ihrer neuen Stiefel zeigte, die sie eine Stunde zuvor gekauft hatte. Interessierte uns zwar nicht, aber sie ließ nicht davon ab uns alles über das Material zu erzählen, obwohl sie kaum noch stehen konnte. Am Ende küsste sich mich auf beide Wangen und wurde von ihrem hageren Mann weggezogen.

Ich wünschte mir dann „Help me make it through the night“ und Pete und ich tanzten dazu.


Später ließen wir uns noch etwas durch die Straßen treiben, hielten hier und da, um uns ein wenig die ganzen Bands anzuhören und an einer Ecke trafen wir wieder auf Calvin. Gemeinsam mit ihm nahmen wir den Bus zurück Richtung Motel. Recht schnell wurden wir von


  1. Vernon


und einer blonden Frau angesprochen. Die blonde Frau wollte wohl nur ihre Neugierde bezüglich unseres Akzentes befriedigen, mit Vernon entwickelte sich jedoch ein schönes Gespräch, das wohl schönste des heutigen Tages. Vernon war interessiert, gebildet, differenziert. Zu schade, dass wir nur eine Busfahrt Zeit hatten.


Im Motel waren wir noch immer sehr aufgedreht, etwas betrunken von Bier und Freude über diesen Tag. Nashville, Zentrum des Country, ist das blühende Leben. Ich hatte wenig Vorstellung, was uns erwarten würde, wenig Erwartungen. Aber hätte ich welche gehabt, selbst dann wären wir nicht enttäuscht gewesen. Country lebt an jeder Ecke, in jeder Bar. Vielleicht ist alles nur Touristennepp, aber es fühlt sich nicht so an, es wirkt echt. Wir waren so eingetaucht und voll von allen Eindrücken, dass wir uns sowohl die Grand Ole Opry als auch das Country Music Hall of Fame schenkten und es nicht als Verlust empfanden.

 

 http://www.youtube.com/watch?v=PUH4Wn-O6Ok

2.8.13 17:02
 


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