Startseite
  Über...
  Archiv
  Gästebuch
  Abonnieren
 


 
Letztes Feedback


http://myblog.de/usa2013

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
I wish I was in New Orleans … 31.07.

Wir halten uns gar nicht lange auf, sondern fahren auf direktem Wege ….. in den nächsten Supermarkt und kaufen Mückenspray! :-) Jeder von uns ist übersät von Stichen, das wird in den Sumpfgebieten Louisianas sicher nicht besser...


Jetzt grade sind wir kurz vor New Orleans und werden gleich den Pontchartrain Causeway überqueren..... Wasser, Wasser, Wasser... 25 Meilen durch einen See!


Oh, New Orleans, du unschuldige Hure. Du verführst mit Spitzenunterwäsche, du bist lasziv, unschuldig und hast es faustdick hinter den Ohren.

Was für ein wunderbarer Ort, dieses French Quarter! Was für ein Zauber liegt auf diesem Viertel und wie widersprüchlich erscheint diese Stadt...


Wir haben uns mal ein Hotel im French Quarter gegönnt, wobei das kaum teurer war als das heruntergekommene Motel in Gettysburg. Es liegt 2 Blocks entfernt von Angelina Jolie und Brad Pitts Haus und in Spuckweite vom French Market. Und genau dahin stürmen wir auch erstmal, ungläublich staunend und bezaubert von all den schmiedeeisernen Balkonen, von der Pflanzenvielfalt, von dem Schub südlicher Vegetation, die das Land in den paar Meilen zwischen Natchez und New Orleans bekommen hat.

Wir lassen uns über den Markt treiben, durch die Straßen, ohne Hast und mit einer Leichtigkeit, die über allem zu Schweben scheint. In einem Hinterhof lassen wir uns zum Essen nieder, der Himmel zieht sich bedrohlich zu, die Luft riecht nach Gewitter. Der Kellner meint aber, es wird nicht regnen. Wir kosten Jambalaya, Crawfish, Gumbo und Shrimp Étouffée. Es regnet nicht.

Wir bleiben bei Straßenmmusikern stehen, gehen in Voodooläden, schauen einmal in die Bourbon Street und verlassen diese schnell wieder.


Sehr schade, war der Broadway in Nashville und die Beale Street in Memphis gleichermaßen Kommerz und das Herz der Stadt, so ist die Bourbon Street der Ballermann von New Orleans. Hier verhurt sich das schöne Viertel an all die vergnügungssüchtigen Partygänger, hier wird gesoffen, gefeiert und gekauft. Nicht, dass wir nicht vergnügungssüchtig sind, aber bitte nicht so. Es ist kein echtes Leben in diesem Abschnitt der Straße, der nur ein paar Blocks weiter zu einer ruhigen Wohngegend wird.


Wir laufen zum Mississippi, Schaufelraddampfertouren locken, allerdings wird der Mississippi hier nur von Industrieanlagen gesäumt, kein sehr schönes Ausflugsziel. Dafür machen wir einen Kutschfahrt (daher weiß ich auch, wo das Haus von den Pitt-Jolies ist), buchen einen Sumpftour für den nächsten Tag und ziehen anschließend in die letzte Kneipe der Bourbon Street, eine alte Scheune, die seit dem 18. Jahrhundert unverändert blieb. Innen nur Kerzenlicht. Altes morsches Holz, kaltes Bier, während draußen immer noch die schwere Hitze auf der Straße liegt.


Wie wir die Bourbon Street finden, fragte der Kutscher und wir verzogen das Gesicht. Geht zur Frenchman Street, riet er uns. Außerhalb des French Quarters, aber dennoch unmittelbar angrenzend. Nun steht in jedem Reiseführer, dass das French Quarter auf keinen Fall zu verlassen sei und einem außerhalb, z.b. in Tremé, Mord und Todschlag erwarten und man selbst für kurze Strecken das Taxi nehmen soll. Wir wagen es dennoch, zu mal uns bereits von weitem eine Straßen-Big-Band entgegen schallt und alles von Kneipen gesäumt ist.


Die Big Band steht an einer verdreckten Straßenecke, besteht aus über 10 Männern, die unkoordiniert Melodien spielen. Pete meint, sowas sei super, wenn man sein Instrument noch nicht so sicher beherrsche, man könne sich gut ausprobieren. Der Rhythmus ist vorgegeben, die Melodielinie ebenfalls, drumherum kann jeder machen, was er will. Und es macht Spaß. Es macht Spaß, auf der Bordsteinkante zu sitzen und zuzuhören. Zauberhaftes New Orleans.... Mitten in der Band steht ein kleiner Junge, nicht älter als 3 und hämmert auf eine kleine Trommel ein, mit großer Ernsthaftigkeit. Wieviel Ernst steckt in dem Spaß? Wieviel Dreck gibt es für die sauberen Straßen des French Quarters? Wieviele Häuser sind noch immer zerstört für den Klimbim der Bourbon?


Wir bleiben noch etwas auf der Frenchman Street, hören Bands zu, Blues, Jazz, die Stilrichtungen sind nicht mehr klar trennbar. Das hier ist echt, soviel echter als die Bourbon Street, hier sind Touristen und Einheimnische gleichermaßen zu finden.


Mich zieht es irgendwann ins Bett, Pete will sich noch etwas treiben lassen. Und so erzählt er mir ca. 1 Stunde später, als ich bei seiner Rückkehr erwache, dass er noch einmal auf der Bourbon Street gewesen sei, diese noch schrecklicher war als tagsüber und er zur Frenchman Street zurück gegangen sei. Ein wenig Umhertreiben, dann sei er auf einen Mann gestoßen, der mit einer alten Schreibmaschine auf dem Bürgersteig saß. Während Pete sich mit einem anderen Mann unterhalten hat, schreib der Schreibmaschinenmann etwas und gab es Pete dann:


Travelere


traveling the World

curious

late nights

open ears

waiting for the secrets

looking for the genuine

here at the foot of the river

 

 http://www.youtube.com/watch?v=eSaCQooqVLY

3.8.13 03:32
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung