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Southern Belle …. 04.08.13

und es gewinnt: SAVANNAH!


Nein, die Stadt ist nicht schöner, die Häuser nicht geleckter, es gibt kein Meer, nur einen langweiligen Fluss, gesäumt von Hafen. Es ist das Leben, die Leichtigkeit, die Lebenigkeit. Charleston ist wunderschön.... zum Gucken. Savannah ist zum Leben. Savannah ist echt.


Wir laufen durch die Gegend, jede Kreuzung ist ein kleiner Park. Runter zum Fluss, viele Kneipen, viele Touriläden, viele Leute unterwegs. Vor einer Bar hat die Barfrau Schluckauf, richtig heftig und laut. Wir beide lachen. Am Fluss steht auch das erste Denkmal für die schwarzen Sklaven, das wir sehen. Gerade gestern noch haben wir darüber nachgedacht, dass zwar jeder zweite Kilometer Highway ein Memorial für irgendwas ist, aber die Schwarzen irgendwie sehr untergehen. Später am Tag werde ich noch eine Harriet Tubman-Brücke sehen, eine Frau, von dessen Existenz ich erst im Flugzeug hier her erfahren habe. Und nun also das Denkmal. Mitten in den Südstaaten.


Wir laufen weiter zum Markt und beobachten Kinder im Brunnen. Am Ende des Marktes stoßen wir auf ein weiteres Denkmal für Schwarze. Diesmal ist es den schwarzen Soldaten der Unionstruppen gewidmet.

Wir schlendern, ziehen, fließen... und zerfließen. Wie üblich schlägt die schwere Luft wie ein Presslufthammer auf unsere Schädel. Da bieten die kleinen Parks ganz gute Rettungsanker. Auf dem Chippewa Square wurde die Bankszene von Forrest Gump gedreht. Es gibt viele Bänke. Wir rätseln, welche es gewesen sein könnte, mit welchem Hintergrund wir einen Film gedreht hätten. Jetzt grade hat mir Wikipedia verraten, dass besagte Bank im Museum steht.


Ciao, Südstaatenschönheit, Ciao Georgia, hinein in unseren letzten Bundesstaat: Florida!


Auf dem Weg runter fällt uns auf, dass heute nur Autoreifen und kein einziges Tier an der Seite liegt. Gestern haben wir allein zig halbe und ganze Gürteltiere gesehen und 1,5 Bambis.

Dafür gibt es Libellenschwärme und Orangensaft mit einem fröhlichen „welcome to Florida“ im Welcomecenter.


Mit Florida wandert das Thermometer auf 100° Fahrenheit, die Autofahrer fangen plötzlich an zu drängeln, wir knacken die 3000 Meilen-Marke.... Wir halten gleich auf den ersten Strand zu. Yeah, Meer!


Vorher essen wir noch was und lernen so Jones kennen. Jones, ein sehr sympathischer, junger Kellner, heißt tatsächlich nur Jones, das ist sein kompletter Name. Ihm ist selbst schleierhaft, wie das passiert ist, sein Vater heißt wenigstens noch Jim Jones. Als er hört, dass wir aus Deutschland kommen, beginnt er zu strahlen, sagt, er möchte so gern mal nach Europa, seine Familie hätte wohl Besitz gehabt in Wales. Ich schenke ihm 21 Cent, Brandenburger Tor und gute deutsche Eiche. Jones strahlt noch mehr. Und läuft mit den Münzen zu den anderen Kellnern und zeigt sie ihnen. Die sind sichtlich begeistert, sagen gelangweilt „awesome“. Doch Jones schaut immer wieder wie verzaubert auf das Geld. Wir unterhalten uns noch eine Weile, soweit es das volle Lokal erlaubt.


Und dann..... ab ans Meer!


Dort überkommt Pete gleich eine Inspiration, er kritzelt sich was auf sandigen Infoblättern aus meiner nun ebenfalls sandigen Tasche zusammen. Ich denke derweil über die USA nach.

So bin ich mit einem Sack Vorurteilen losgefahren und ganz ehrlich: ich wollte sie alle bestätigt wissen!

Und es stimmt auch alles.... und noch stimmt nichts. Ich habe immer noch keine klare Haltung zu dem Land, aber klar, ich lebe hier auch nicht und habe vielleicht keine Krankenversicherung, dafür aber 3 Jobs. Aber ich weiß: ich fühl mich wohl hier. Und sehr sicher. Und entschleuigt. Trotz der fast 5000 Kilometer, die wir in diesen paar Tagen hinter uns gebracht haben, fühlen wir uns beide langsam und gemächlich.

Ich mag die Rasenmäherbesessenheit der Amis, kein Ort auf den 5000 Kilometern ohne akkuratem Rasen. Oft sah man auch grad jemand auf seinem Rasenmähertrecker sitzen.

Ich mag es, wie die Amis verzweifelt auf meinen Ausweis gucken, weil auf ihrem: „turn 21 on......“ steht und auf meinem nicht und sie angesichts zweier Daten (Geburtsdatum und Ausstellungsdatum) lange rätseln, ob sie mir nun Bier verkaufen dürfen oder nicht.

Ich mag sogar das stolze Hinweisen auf die „historical sites“, obwohl meine Oma ebenso historical ist.

Ich mag sogar diese Motels. Immer der gleiche Grundriss. Und weil dieses Land soviel Platz bietet, alles ebenerdig, das Auto fast im Zimmer geparkt.

Ich mag es, dass sich hier jeder grüßt. Am Strand grüßt man die Nachbarn links und rechts und jeden vorbeikommenden. Im Motel grüßt man ebenso jeden, den man trifft. In der Tanke bedankt man sich erst beim Türaufhalter, dann grüßt man ihn, bevor man sich beim Türaufhalter an der Kühltruhe bedankt und den dann ebenso grüßt, wie den Verkäufer. Und dann hält man selbst die Tür auf und sagt „your`re welcome“. Das ist doch eigentlich ganz einfach und macht viel mehr Spaß!


Jetzt gerade sind wir in St. Augustine, eine ganz historische Stadt, sagte das Straßenschild. Werde gleich mal das Alter googlen. Pete ist noch immer von der Muse geküsst und schreibt. Und ich höre nun auf zu schreiben....




http://www.youtube.com/watch?v=6s0mlyj7vSM

 

P.S. Ich hab St. Augustine Unrecht getan... die Stadt ist wirklich historisch, also werden wir sie uns morgen anschauen...

5.8.13 03:57
 


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